Zwergflusskrebse im kleinen Aquarium

Als weitere potentielle Bewohner eines kleinen Aquariums bieten sich Zwergflusskrebse an. Für die Haltung von Flusskrebsen ist weniger das Volumen des Aquariums ausschlaggebend, sondern die Bodenfläche, auf der sie leben und herumkrabbeln. Gerade die kleinen Zwergflusskrebse kann man schon in den kleinen Nano Aquarien halten, allerdings auch nur die, denn die normalen Flusskrebsarten sind dafür einfach viel zu groß.

Beachten sollte man bei der Haltung von allen Flusskrebsarten jedoch, dass diese wahre Ausbruchskünstler sind und jede Gelegenheit zum herumklettern auch schamlos ausnutzen werden. Ein offenes Aquarium mag zwar nett anzusehen sein, doch früher oder später werden die kleinen Krebse die sich bietenden Chancen nutzen und einen Fluchtversuch unternehmen. Deshalb muss die erste Grundregel bei der Haltung von Zwergflusskrebsen sein, dass das Becken absolut ausbruchssicher und lückenlos abgedeckt ist. Ich würde auch empfehlen, hier ein nicht zu kleines Becken zu wählen, da die kleinen Krebse doch auch etwas Bewegung und Grundfläche wünschen.

Zwergflusskrebs

Bodengrund und Einrichtung im Zwergflusskrebsaquarium

Bei Zwergflusskrebsen eignet sich mittlerer oder feiner Kies als Bodengrund, wenn sie die Tierchen also mit Garnelen zusammen halten möchten, würde ich zu einem eher feineren Kies tendieren. Wichtig sind hier vor allem genügend Versteckmöglichkeiten, denn vor allem die Weibchen brauchen diese Rückzugmöglichkeiten wenn sie Eier tragen. Zwar krabbeln die kleinen Tierchen gerne auf den Pflanzen herum, aber gesunde Aquarienpflanzen stehen glücklicherweise nicht auf ihrem Speiseplan. Sollten die kleinen Krebse vollkommen ruhelos und nervös im Becken herumlaufen, ist das ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, dass es einfach zu wenig Verstecke und ruhige Ecken in Ihrem Becken gibt.

Vergesellschaftung von Zwergflusskrebsen

Zwergflusskrebse lassen sich oft recht gut mit kleinen Fischen vergesellschaften, teilweise auch mit anderen Zwerggarnelen, allerdings kann es hier durchaus auch vorkommen, dass sich die Tierchen gar nicht vertragen und die Garnelenpopulation ausgedünnt wird. Wichtig ist in dem Fall ein sehr gut bepflanztes und doch auch etwas größeres Becken einzusetzen, das eben viele Versteckmöglichkeiten für seine Bewohner bietet, aber auch das kann nicht verhindern, dass die eine oder andere Zwerggarnele auf dem Speiseplan der kleinen Flusskrebse landet. Auch Fische, die sich oft in Bodennähe aufhalten, sollten nicht mit Flusskrebsen in einem Aquarium gehalten werden. Achten Sie zudem unbedingt darauf, keine aggressiven Fische gemeinsam mit Zwergflusskrebsen in einem Becken einzusetzen.

Fütterung der Zwergflusskrebse

Auch die kleinen Zwergflusskrebse lieben abwechslungsreiche Kost, sowohl tierischer als auch pflanzlicher Art, wobei sie allerdings nicht sonderlich wählerisch sind. Gerade Lebendfutter wird von den kleinen Tierchen gerne gefressen, hier eignen sich z.B. Wasserflöhe und Mückenlarven ganz besonders. Orientieren Sie sich ansonsten bei der Fütterung Ihrer Zwergflusskrebse gern auch an den Hinweisen bei den Zwerggarnelen. Für die Aufzucht von Jungtieren empfiehlt sich die Verfütterung von Artema, vor allem wenn diese innerhalb der letzten 24 Stunden geschlüpft sind, denn dann haben sie die höchsten Nährwerte. Auch kleingeschnittene Möhren, Kürbiswürfel, Gurken, Erbsen oder Löwenzahn und Brennnessel eigenen sich hier sehr gut. Lassen Sie gern auch mal ein paar trockene Blätter in das Becken fallen, denn daran erfreuen sich sowohl die Jungtiere, als auch die ausgewachsenen Zwergflusskrebse.

Zwergflusskrebse für Anfänger?

Der Orange Zwergflusskrebs (Cambarellus ptazcuarensis) ist als ein unkomplizierter und leicht zu pflegender Aquarienbewohner bekannt. Deshalb kann man diese kleinen Krebse mit Fug und Recht auch Anfängern der Aquaristik ans Herz legen, die sich für die Haltung von Zwergflusskrebsen interessieren. Eine Heizung ist bei ihnen auch nicht unbedingt notwendig, die Temperaturen sollten zwischen 18° und 25°C liegen, aber auch geringfügig niedriger oder etwas höhere Temperaturen machen den kleinen Tierchen zumindest zeitweise nichts weiter aus. Der pH-Wert im Aquarium spielt für sie eine weniger wichtige Rolle, man sollte lediglich auf ihre Vorliebe für mittelhartes Wasser achten. Übertriebene Hygiene ist auch nicht nötig, denn die kleinen Tiere lieben einige Ecken mit Mulm im Becken, denn das bietet ihnen gute Nahrung. Allerdings sollte das Wasser bei allen Krebsarten stets gut gefiltert und sauerstoffreich sein.
Ansonsten kann ich auch noch die Louisiana-Zwergflusskrebse (Cambarellus shufeldtii) empfehlen, denn auch diese bleiben zum einen ziemlich klein und die Haltung gestaltet sich auch ziemlich unproblematisch. Temperaturen zwischen 20° und 25°C gelten als ideal, allerdings können die kleinen Krebse zumindest zeitweise sogar extremere Temperaturen zwischen 10° und 30°C vertragen. Meistens sind die kleinen Zwergkrebse recht friedlich, auch untereinander sind meist sehr verträglich. Von weichem bis harten Wasser ist hier alles möglich, der pH-Wert sollte ungefähr um die 7 liegen.
Zwar sind auch die Montezuma-Zwergflusskrebse (Cambarellus montezumae) durchaus zu empfehlen, allerdings sind diese schon etwas aggressiver und Zwerggarnelen oder sehr kleine Fische sollten mit diesen nicht im gleichen Becken gehalten werden, da diese ansonsten gern gejagt und erlegt werden. Die Wassertemperatur sollte hier zwischen 20° und 24°C liegen.

Sie wollen mehr wissen? Wir empfehlen folgende Literatur:

„Krebse im Aquarium. Haltung und Pflege im Süßwasser“ von Chris Lukhaup & Reinhard Pekny (ISBN: 978-3935175319)