Fische im Nano Aquarium?

Ich möchte Sie gleich am Anfang darauf hinweisen, dass Sie bei der Auswahl und vor allem bei der Haltung von Zierfischen in einem kleinen Aquarium oder einem Nano Aquarium wesentlich mehr Vorsicht an den Tag legen müssen, als bei der recht unkomplizierten Pflege von Zwerggarnelen, Zwergkrebsen oder gar Schnecken. Um den Fischen einen angemessenen und artgerechten Lebensraum zu bieten, sollten Sie sich vorher eingehend über die Bedürfnisse der gewünschten Fischarten informieren. Grundsätzlich können Fische natürlich auch in kleineren Becken gehalten werden, aber es sollten eben auch die richtigen Fische sein, nämlich solche, die auch in ihrer natürlichen Umgebung nicht an große Gewässer gewohnt sind. Generell empfehle ich allerdings keine Fische in Nano Aquarien unter 30 Litern zu halten.

Ich kann Ihnen hier auch nur einen grundsätzlichen Überblick über die Möglichkeiten von der Haltung von Fischen in kleinen Aquarien bieten, für weitergehende Informationen empfehle ich die entsprechende Fachliteratur zu Rate zu ziehen. Sie können sich natürlich auch im Fachhandel zum Thema „Fische im Nano Aquarium“ informieren, beachten Sie hierbei bitte auch, dass Ihnen im Fachhandel eben auch etwas verkauft werden soll, vertrauen Sie hier unbedingt nicht nur einem einzigen Händler, sondern holen Sie sich in dem Fall unbedingt mehrere Meinungen ein. Sollten Sie einen erfahrenen Aquaristen kennen, wäre es ratsam, mit diesem ebenfalls über Fische im Nano Aquarium zu sprechen und diesen vorab nach seiner Meinung zu befragen. Gerade auch bei der Vergesellschaftung von mehreren Arten sollten Sie sich vorab genau informieren, bevor Sie Entscheidungen treffen.

Wie viele Fische passen denn in mein Aquarium?

Eine alte Faustregel unter Aquaristen sagt aus, dass pro Liter Wasser in einem Becken ein Zentimeter Fisch kommt. Nehmen wir also an, Sie hätten sich entschieden Moskitobärblinge in Ihrem kleinen Aquarium zu halten. Diese sind recht klein und werden nur maximal 2,5 Zentimeter groß. Bei einer Beckengröße von 30 Litern, würde ich mit ungefähr 25 Litern Wasserinhalt rechnen, denn Sie müssen in dem Fall noch das Volumen für den Bodengrund (Kies) und andere Ziergegenstände abziehen. Die Rechnung würde damit wie folgt aussehen: 25 Liter durch 2,5 Zentimeter Länge unserer Fische würde genau 10 Exemplare ergeben. Das heißt also, dass maximal zehn dieser Fische im Nano Aquarium gehalten werden sollten. Allerdings ist das nur eine Hilfsformel, die sich nicht auf jede Fischart und ihre Bedürfnisse anwenden lässt. Auch sollten Sie niemals von Anfang an gleich den vollen geplanten Besatz anvisieren, denn schließlich vermehren sich die Fische mit der Zeit auch noch, das kann dann schnell zur Überbevölkerung der Fische im Nano Aquarium führen.

Fische im Nano Aquarium

Welche Fische für ein 30 Liter Nano Aquarium?

Als erstes möchte ich Ihnen an dieser Stelle einige mögliche Fischarten für ein kleines Aquarium mit 30 Litern Fassungsvermögen vorstellen. Selbstverständlich können alle genannten Arten auch in größeren Becken gehalten werden und z.B. in einem 60-Liter-Aquarium auch mit einer anderen Art vergesellschaftet werden. Sicherlich ist meine kleine Auflistung alles andere als vollständig, aber ich möchte mich hier vollkommen auf sogenannte „Einsteigerfische“ konzentrieren. Es gibt natürlich noch viele andere Fischarten, die auch in einem solchen kleinen Becken gehalten werden können, aber diese stellen dann eben auch wesentlich höhere Ansprüche an den Aquarienbesitzer, weil sie z.B. nur Lebendfutter akzeptieren oder speziell aufbereitetes Wasser benötigen. Deshalb sind sie für Einsteiger in das weite Feld der Aquaristik auch nicht zu empfehlen.

Für Anfänger ist besonders der Perlhuhnbärbling (Danio margaritatus) zu empfehlen, da die Haltung doch recht einfach ist. Mit einer Größe von 2 bis 2,5 Zentimetern passt der kleine Zierfisch natürlich bestens in ein Nano Aquarium. Ich empfehle die Wahl eines dunklen Bodengrunds, damit die Farben der Fische besser zur Geltung kommen, außerdem lieben Perlhuhnbärblinge dicht bewachsene und nicht zu grell beleuchtete Aquarien besonders, denn so fühlen sie sich auch gleich viel sicherer in ihrem neuen Zuhause. Am liebsten mögen sie natürlich Lebendfutter (z.B. Artemia), aber klein zerriebenes Trockenfutter wird von ihnen auch gern angenommen. Wassertemperaturen zwischen 20° und 24°C sind zu empfehlen.
Empfehlen kann ich auch noch den Moskitobärbling (Boraras brigittae) nicht nur aufgrund seiner prächtigen Färbung, sondern auch weil er sehr gesellig und ziemlich klein ist, was die kleinen Tierchen gerade für ein Nano Aquarium sehr geeignet macht. Doch an die Wasserqualität stellt der Moskitobärbling einige Ansprüche, so mag er leicht säuerliches und weiches Wasser, meistens ist das herkömmliche Leitungswasser eher hart, so dass mit einem Torffilter nachgeholfen werden sollte, damit das Wasser weicher und angesäuert wird. Die Temperaturen sollten stets zwischen 22° und 24°C betragen und der pH-Wert des Wassers sollte zwischen 6 und 7 liegen. Gefüttert werden können die kleinen Fische sowohl mit Trocken- und Frostfutter, aber natürlich auch mit Lebendfutter wie Artemia oder Wasserflöhen.

Und wenn ich mehrere Arten halten möchte?

Wenn Sie mehrere Arten miteinander vergesellschaften möchten, empfehle ich auf jeden Fall ein Becken mit mindestens 50 Litern Fassungsvermögen, besser wären hier noch 60 Liter. In einem solchen Aquarium lassen sich dann auch zwei Fischarten gemeinsam halten. Es gibt aber auch Fischarten, die ihr Revier ungern teilen und mehr Platz benötigen. Auch hier noch einmal mein Tipp, informieren Sie sich bitte vorab, welche Fische im Nano Aquarium zueinander passen und bei welchen Fischen Vorsicht geboten ist. Es muss z.B. immer sichergestellt sein, dass auch alle Fische genügend Futter abbekommen, nicht nur die freischwimmenden Fische, sondern eben auch die, die sich eher in Bodennähe aufhalten.

Sehr zu empfehlen für Anfänger ist hier der Rote von Rio (Hyphessobrycon flammeus), der seinem Namen seiner Herkunft aus der Umgebung von Rio de Janeiro verdankt. Sehr widerstandsfähig und genügsam, damit eben perfekt zum Einstieg geeignet. Das Aquarium sollte reich bepflanzt sein und nicht zu stark beleuchtet, damit sich die Tierchen auch wohl darin fühlen. Außerdem empfiehlt sich die Haltung eines Schwarms, da sie die Gesellschaft ihrer Artgenossen zum Gedeihen brauchen. Temperaturen von 20° bis 26° sind zu empfehlen, der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7,5 betragen und das Wasser sollte nicht hart sein. Fast jedes Futter wird von den Tierchen angenommen, aber es sollte durchaus immer wieder Lebendfutter beigemischt werden.
Zudem kann man den Siamesischen Kampffisch (Betta splendens) empfehlen. Hier sollten Sie allerdings darauf achten, immer nur ein einziges männliches Tier mit mehreren Weibchen zu halten, da die Männchen untereinander sehr aggressiv sind. Auch gegen andere Fischarten sind sie aggressiv, so dass sich eine Vergesellschaftung hier nur bei wenigen anderen Arten anbietet. Die Wassertemperatur sollte zwischen 24° und 26°C und der pH-Wert des Wasser zwischen 5 und 7 betragen. Eine üppige Bepflanzung ist ebenfalls zu empfehlen. Da Kampffische Fleischfresser sind, sollte hier vorwiegend auf Lebend- und Frostfutter zurückgegriffen werden.

Sie wollen mehr wissen? Wir empfehlen folgende Literatur:

„Kleine Aquarien – Extra: Nano-Aquarien“ von Jörg Vierke (ISBN: 978-3440121269)
„Nano-Aquaristik: Praxis, Tipps und Tiere für kleine Aquarien“ von Kai Alexander Quante (ISBN: 978-3800159833)